Zwei gravierende Fehler bei der Nutzung von XING – und wie man es besser macht

Zwei gravierende Fehler bei der Nutzung von XING – und wie man es besser macht
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In der letzten Woche hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einem guten Bekannten über XING. Mit leiser Resignation hat er hat mir erzählt, dass er nun schon seit knapp einem Jahr bei XING angemeldet ist, darüber aber bisher noch keinen einzigen Kunden gewonnen hat.

Es stellte sich im Gespräch recht schnell heraus, dass er der Meinung war, ein Profil auf XING genüge, um „gefunden“ zu werden. Aber ist das auch so?

Ich selbst habe über XING sehr viele, sehr interessante Menschen kennen gelernt und auch einige meiner Kunden über XING gewinnen können. Allerdings kam kein einziger dieser Menschen von ganz allein auf mich zu, weil ich so ein tolles Profil habe ☺

Dieses Gespräch hat mich dazu veranlasst, mir im heutigen Newsletter ein paar Gedanken zu XING zu machen. Der heutige Newsletter behandelt daher zwei aus meiner Sicht gravierende Fehler beim Netzwerken auf XING und ein paar Ideen, wie man XING sinnvoll nutzen kann.

Fehler Nr. 1: Passives abwarten

VernetzungEs gibt in XING, wie in eigentlich allen Social Media-Netzwerken, eine sehr große Anzahl von nicht aktiv genutzten Profilen. Eine offizielle Statistik dazu habe ich leider nicht finden können. Eine inoffizielle Quelle spricht von ca. 73% inaktiver Profile.

Einige dieser ungenutzten Profile sind sicher „Testballons“ – Man schnuppert mal in ein neues Medium hinein, registriert sich und nutzt es dann nie wieder.

Aber meine Erfahrung aus einigen Gesprächen wie dem zu Beginn erwähnten zeigt mir, dass es eine nicht zu unterschätzende Zahl von Usern gibt, die glauben, dass die bloße Existenz eines Profils in XING genügt, um Kunden anzulocken.

Leider ist es nicht ganz so einfach: Netzwerke leben vom mitmachen. Nur, wer sich zeigt, wer aktiv ist und von sich hören lässt, wird war genommen. Dabei geht es gar nicht darum, möglichst viele Kunden zu gewinnen. Es geht darum, Kontakte zu knüpfen. Ob diese Kontakte einmal zu Kunden, Kooperationspartnern, Empfehlungsgebern werden oder einfach nur nette Kontakte bleiben mit denen man sich hin und wieder austauscht ist dabei aus meiner Sicht wirklich nebensächlich.

Fehler 2: Zu starker Fokus auf die Anzahl der Kontakte

Social MediaGar nicht selten erlebt man bei XING, dass man Kontaktanfragen von völlig Unbekannten erhält – oft mit einer recht standardisierten Kontaktanfrage, die jeden Bezug zum eigenen Profil oder Interessensgebiet des Anfragenden vermissen lässt. Manchmal erfolgen solche Kontaktanfragen sogar völlig ohne Begründung.

Ich muss zugeben: Ich persönlich finde diese Art von Kontakt-Sammelei äußerst befremdlich. Zumal solche „Kontakte“ oft gar nicht an einem wirklichen Austausch interessiert sind. Kontaktesammlern geht es nach meiner Erfahrung regelmäßig nur darum, Ihre „Liste“ zu vergrößern, um Einladungen zu Webinaren oder sogar ungefragt Newsletter an eine möglichst große Zahl von Empfängern zu senden – Immer in der Hoffnung, dass um so mehr Menschen sich anmelden oder kaufen, je größer die Liste ist.

Das mag tatsächlich funktionieren, hat mit „Netzwerken“ aber meiner Meinung nach nicht wirklich etwas zu tun. Netzwerken funktioniert über Empfehlungen und den persönlichen Austausch. Das bedeutet nicht, dass man unbedingt nur Personen in sein Netzwerk aufnehmen sollte, die man persönlich kennt. Aber ein Grundinteresse an dem, was der andere tut sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Nur so kann man ins Gespräch kommen und sich kennen lernen. Netzwerken ist schließlich keine Einbahnstraße: Es geht nicht darum, wie ein Kontakt Ihnen nutzen kann, sondern genauso sehr darum, wie Sie einem Kontakt vielleicht weiterhelfen können ☺

Aktivität ist Pflicht

Aktiv seinDie aus meiner Sicht wichtigste „Regel“ für erfolgreiches Netzwerken lautet: „Seien Sie aktiv!“ Zeigen Sie sich. Präsentieren Sie sich. Und suchen und knüpfen Sie aktiv Kontakte und warten Sie nicht, dass man von allein auf Sie zukommt.

Die Vorgehensweise kann dabei durchaus verschiedene Facetten haben.

Manche bevorzugen es, sich bewusst nur mit Personen zu verbinden, die Sie persönlich kennen oder mit denen sie zumindest schon einmal telefoniert haben. Gerade bei Unternehmern, die in einem regional eng begrenzten Bereich arbeiten ist das eine durchaus legitime Einstellung. Man muss nicht zwangsläufig mit der ganzen Welt vernetzt sein ☺

Dann gibt es Nutzer auf XING, deren sichtbare Beiträge bestehen überwiegend aus Informationen, wo sie sich gerade befinden, wo sie hingehen oder was sie gerade tun.

Ich weiß, dass einige XING-Nutzer das befremdlich finden. Mich persönlich stört es nicht, im Gegenteil, ich finde es irgendwie sympathisch, insbesondere dann, wenn es sich um Kontakte handelt, die ich gut kenne. Es ist eine schöne Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben, und es verrät ja doch auch einiges über mein „Gegenüber“.

Des Weiteren gibt es die „Macher“, die immer wieder aktiv Themen zur Diskussion anstoßen, eigene Gruppen gründen und diese sehr engagiert pflegen und betreuen. Diese Menschen sind ausgesprochen sichtbar. Ich stelle für mich immer wieder fest, dass ich zu bestimmten Themen sofort einen Namen im Kopf habe, weil ich von dieser Person z.B. in XING-Foren schon sehr viel gelesen habe.

Ich glaube, dass „Macher“ die erfolgversprechendste Strategie in den Social Media fahren. Der Nachteil: Um so präsent zu sein, muss man sehr viel Zeit investieren. Und die ist leider ein knappes Gut ☺

Ich selbst sehe mich – was die Nutzung von XING angeht – als „Mischtypen“ meiner vorangegangenen Klassifizierung ☺

Ich bin nicht unbedingt regelmäßig und täglich aktiv. Aber ich werfe mindestens einmal täglich einen Blick in meine Netzwerk- und Gruppenübersicht bei XING. Wenn es thematisch passt, beteilige ich mich an Diskussionen in den Foren oder kommentiere die Statusmeldung meiner Kontakte. Hin und wieder poste ich eigene Statusmeldungen – bunt gemischt, vom Smalltalk bis zum Hinweis auf meine eigenen Angebote.
Und ich freue mich immer über neue Kontakte.

Mit dieser „Strategie“ (die ich aber gar nicht so nennen möchte) fühle ich mich beim Netzwerken in XING ausgesprochen wohl. Und dieser Weg ist für mich auch durchaus erfolgreich.

Mein Fazit

Um über XING Kunden zu gewinnen, ist es erforderlich, dass man auch aktiv ist. Ein Profil allein genügt dafür nicht. Wobei das Profil schon aktuell sein sollte und potenziellen Interessenten einen guten Eindruck vermitteln sollte, wer Sie sind und was Sie tun.

Und für mich das absolut wichtigste überhaupt: Der Mensch hinter dem Kontakt ist das, was zählt, nicht der Gedanke, welchen Nutzen dieser Kontakt vielleicht bringen könnte. Wenn Kontakte zu Zahlen oder „Listen“ werden, ist XING aus meiner Sicht wirkungslos.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit XING? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

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2 Responses to Zwei gravierende Fehler bei der Nutzung von XING – und wie man es besser macht

  1. Ausgezeichnet auf den Punkt gebracht! Ganz meine Erfahrung.

    Vielen Dank & beste Grüße,

    Matthias Herrmann

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